Bericht Radsport 2016, RP Montagsmagazin

Bericht vom RP Montagsmagazin für meine Stadt „Unser EMMERICH am Rhein“ Oktober 2016

Sport, Geselligkeit und Fitness bietet die Radsportabteilung von Eintracht

Egal, ob Anfänger oder Leistungssportler. Dort findet jeder Radsportler die richtige Gruppe fürs Training. Zum „Schnuppern“ braucht man nur den Fahrradhelm mitbringen.

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Drei Mal in der Woche wird trainiert: Die Radsportler von Eintracht Emmerich mit ihrem Abteilungsleiter Frank van den Boom (Siebter von links) präsentieren sich in ihren neuen Trikots. Beim Sommerfest findet auch immer eine Ausfahrt statt.


Rund 50 Mitglieder gehören der Radsportabteilung von Eintracht Emmerich an, gut 30 davon sind sehr aktiv. Die Sportler sind zwischen 35 und 80 Jahre alt. „Leider fehlt uns der Nachwuchs“, sagt Frank van den Boom, Abteilungsleiter der Radsportler. „Wir haben bereits Werbung in Schulen gemacht, aber es gibt verschiedene Gründe, warum es keine Jugendlichen beim Radsport gibt. “ Die beste Zeit war, als Jan Ulrich die Tour de France gewann, da hatte die Radsportabteilung eine größere Gruppe an jungen Radlern. Die blieben aber nur so zwei/drei Jahre dabei. „Es gibt sehr viele Freizeitangebote, außerdem sitzen die Kinder bis in den Nachmittag in der Schule und spielen dann lieber Computer , als sich anzustrengen“.

Die erste Tour ging nach King´s Lynn: 750 Kilometer

Und anstrengend kann der Radsport sein, auch am vermeintlich flachen Niederrhein. „Hier ist es fast immer windig, damit muss mann zurechtkommen“, sagt van den Boom. „Dafür gibt es aber gerade in unserer Region wunderschöne Strecken, auch in den benachbarten Niederlanden, wenn man nach Arnheim durch die Veluwe fährt oder in Richtung Nimwegen am Rhein entlang unterwegs ist. Und sportliche Herausforderungen gibt es auch hier, da muss man nur mal die Steigerungen in der Sonsbecker Schweiz oder bei „Berg en Dal“ fahren, schmunzelt der Abteilungsleiter. 1979 wurde die Radsportabteilung von Eintracht Emmerich gegründet, 1980 fand die erste große Fahrt statt: 13 Teilnehmer machten sich auf die 750-Kilometer-Tour zur englischen Partnerstadt King´s Lynn. 1986 hatte Emmerich ein eigenes Radsport-Ereignis. Bei „Rund um Emmerich“ starteten über 500 Teilnehmer. 1988 wurde Hermann Paus Abteilungsleiter. 1994 Uli Knopf, er wurde vor drei Jahren von Frank van den Boom abgelöst. Seit 1989 gehört der 50-Jährige der Radsportabteilung an. Er ist gebürtiger Gocher, kam mit vier Jahren nach Emmerich, weil der Vater hier eine Rechtsanwalts- und Notar-Kanzlei eröffnete. Zunächst spielte er in der Jugend Fußball, musste aber wegen einer Erkrankung mit 19 Jahren den Ballsport aufgeben. „Aber das Rennradfahren hat mich schon immer fasziniert, ich habe bereits als Kind mit Begeisterung die Tour de France im Fernsehen geschaut“, erzählt van den Boom, der sich dann einfach ein Rennrad kaufte. Per Zufall kam er auf der Emmericher Kirmes mit einigen Radsportlern der Eintracht ins Gespräch und da er noch Mitglied im Verein war, fuhr er einfach mit. Heute leitet er die Anfängergruppe. Drei Mal in der Woche – Dienstag und Donnerstag ab 18 Uhr und am Sonntagmorgen – wird in drei Leistungsgruppen trainiert. „Leute, die mal schnuppern möchten, sind in der Anfängergruppe gut aufgehoben. Hier orientieren wir uns mit dem Tempo am Langsamsten“, erklärt van den Boom. Jeder darf den Sport gerne mal ausprobieren, es stehen sogar zwei Leihräder zur Verfügung. „Nicht die modernsten, aber voll funktionsfähig“. Man braucht keine besondere Ausstattung, nur Sportkleidung und – ganz wichtig – einen Fahrradhelm. „Ohne Helm darf bei uns keiner mitfahren“, so der Abteilungsleiter. Schwierig für Neulinge ist das dichte Neben- und Hintereinanderfahren. „Aber nur so kann man vom Windschatten profitieren. Tempomachen vorne ist am anstrengendsten, deshalb werden unterwegs die Positionen gewechselt“.

Früher: Training auf Mallorca

Die zweite Gruppe ist für Fortgeschrittene, die leitet Hans Prust. Hier werden in jedem Training rund 50 Kilometer absolviert, im Schnitt ist die Gruppe 28 bis 29 Stundenkilometer schnell. Deutlich über 30 Kilometer pro Stunde fährt die Gruppe der „Profis“, die von Elmar Hemmers betreut wird. Da werden am Abend auch schon mal über 70 Kilometer gefahren. Hier trainieren einige Sportler mit, die an Mannschafts-Triathlon-Wettbewerben teilnehmen. Im Oktober ist Saisonende, dann geht es zum Spinning ins Fitnessstudio, einige sind sonntags auf dem Mountainbike unterwegs, um fit zu bleiben. Früher fuhr die Gruppe regelmäßig zu Trainingseinheiten auf Mallorca, auch heute fahren dort einige noch privat hin. Eine der letzten längeren Ausflüge war die dreitägige Tour in Richtung Aachen – übrigens in funkelnagelneuen Trikots, mit denen die Abteilung jetzt ausgestattet wurde. Eine besondere Herausforderung waren dabei die Teilstrecken der original Amstel-Goldrace-Tour mit bis zu 22 Prozent Steigung, an die sich einige der Teilnehmer wagten. Auch sonst haben die Radsportler verschiedene Events, in denen Geselligkeit, Spaß und Zusammenhalt im Vordergrund stehen. So findet ein Mal im Jahr eine Grünkohltour ohne Rad statt: Im letzten Jahr machten die Mitglieder zuerst eine gemütliche Themen-Stadtführung mit, danach wurde im Vereinsheim Grünkohl serviert. Beim „Abradeln“ nach der Saison gibt es Würstchen im Vereinsheim, beim „Anradeln“ Ende März kräftigen sich die Sportler zunächst mit einem leckeren Frühstück, bevor sie sich dann aufs Rad schwingen. Auch ein Sommerfest wird jedes Jahr gefeiert mit einer kleineren Tour. Zwischendurch wird irgendwo eingekehrt zu Kaffee und Kuchen, am Abend wartet der Grill. Zum Jahresende veranstalten die Sportler eine Weihnachtsfeier. Weshalb man im Verein Radsport betreiben sollte ? „Man kann es alleine machen, aber am schönsten ist es in der Gruppe“, sagt van den Boom.


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Und natürlich wird unterwegs auch mal eine Pause eingelegt.
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Gemütliches Grillen zwischendurch