Die zweite Chance nutzen

(Bericht der NRZ von Freitag, 4. September 2020)

Die zweite Chance nutzen

Fußball Eintracht Emmerich startet heute gegen den SV Haldern II in die B-Liga

Emmerich. Mit großer Wahrscheinlichkeit hätte Eintracht Emmerich in dieser Saison in der Kreisliga C spielen müssen, wenn nicht etwas absolut Außerplanmäßiges geschehen wäre. Denn vor dem coronabedingten Abbruch lag die Mannschaft von Trainer Ralph Urban mit sieben Punkten auf dem letzten Tabellenplatz der Kreisliga B.

„Natürlich können wir glücklich sein, dass wir durch den Abbruch in der B-Liga geblieben sind. Anders wäre es auch sehr, sehr schwer geworden“, erklärt Urban, der sich die schlechte Saison bisher immer noch nicht erklären kann: „Wir hatten einen guten Kader und haben auch eine ordentliche Vorbereitung absolviert. Doch der Start in die Saison war dann ziemlich katastrophal mit drei Niederlagen zu Beginn. Allerdings war die Stimmung immer blendend und wirklich keiner weiß, woran es gelegen hat, zumal wir ja auch sehr gute Spiele wie beim Sieg gegen Rheingold absolviert haben.“

„Kader nicht besser geworden“

Und auch in dieser Spielzeit wird die Eintracht als erster Abstiegskandidat in der Kreisliga B, Gruppe 1 gehandelt, da sich die Mannschaft enorm verändert hat. „Der Kader ist nicht besser geworden, sondern im Gegenteil. Wir haben fünf sehr wichtige Spieler für uns verloren und konnten leider nur einen Zugang für uns gewinnen. Daher sind wir sowohl qualitativ als auch quantitativ nicht mehr so gut aufgestellt“, so der Eintracht-Coach.

Während Karl-Heinz Krawanja nur noch in der Altherren-Mannschaft der Emmericher spielt, hat es Dennis Rijkenbarg zu seinem Heimatverein Fortuna Elten gezogen, wo er nun als Trainer beim Ligakonkurrenten aktiv ist. Zudem wird Mindaugas Minevicius nicht mehr zur Verfügung stehen, da er in sein Heimatland Litauen zurückgekehrt ist und derzeit um den Aufstieg in die zweite Liga kämpft. Außerdem haben Kai Krawanja und Dennis Zimmermann den Verein Richtung Lokalrivale Rheingold verlassen.

Neu hinzugekommen ist einzig Shane Nieuwenhuis, der von der Zweitvertretung des RSV Praest ist. „Er hat einfach ein richtig gutes Auge, weiß was er mit dem Ball macht und wo er den Ball hinspielen kann. Am liebsten hätte ich mehrere Shanes dazubekommen“, schmunzelt Urban, der ergänzt: “ Ich würde mich freuen, wenn der eine oder andere noch wieder Lust am Fußball bekommt und bei uns einsteigen will, da wir immer noch recht dünn besetzt sind.“

Kein Gedanke an Rückzug

Trotz des großen Aderlasses hat der Coach nicht eine Sekunde daran gedacht, die Mannschaft aus der Kreisliga B zurückzuziehen und eine Klasse tiefer neu anzugreifen. „Zum einen weiß ich, wie schwer es ist, aus der C-Liga aufzusteigen, denn da halte ich es für einfacher, die Klasse zu halten. Und zum anderen haben die Jungs vor zwei Jahren alles dafür getan, den Aufstieg zu schaffen. Da möchte ich nicht hingehen und sagen, komm wir spielen nur noch Kreislige C.“

Auch wenn die Ergebnisse in der Vorbereitung nicht immer stimmten, ist Urban mit dem generellen Verlauf durchaus zufrieden: „Es wurden zwar leider viele Testspiele abgesagt, aber dennoch war die Vorbereitung gut. Die Jungs haben voll mitgezogen und haben Spaß am Training. Auch die Stimmung ist wieder sehr, sehr gut.“

Dennoch weiß der Emmericher Übungsleiter die Situation einzuschätzen und hofft auf den Klassenerhalt. „Für uns zählt – wie im letzten Jahr auch – einzig und alleine der Nichtabstieg. Natürlich sind wir nicht mehr so gut besetzt wie vergangene Saison. Dennoch glaube ich an meine Mannschaft und weiß, was in ihr steckt.“

Los geht es für Eintracht Emmerich bereits am heutigen Freitagabend um 19:00 Uhr, gegen den Aufsteiger SV Haldern II. „Ich kenne Haldern ja noch aus dem Jahr, als wir aufgestiegen sind. Da hatten sie schon eine sehr gute Truppe und ich glaube nicht, dass diese schlechter geworden ist: im Gegenteil. Für mich ist das eine Mannschaft, die auch etwas weiter oben mitspielen kann“, weiß Urban um die Stärke des Auftaktgegners und nennt auch noch seinen Favoriten für diese Spielzeit: „Ich glaube, Rheingold Emmerich hat dieses Jahr einen Kader, der nicht nur für die Kreisliga B reichen sollte.“

NRZ-Prognose

Die Eintracht hat einen großen Aderlass zu verkraften. Gleich fünf Stammspieler stehen in dieser Spielzeit nicht mehr zur Verfügung. Gleichwertig ersetzt werden konnte nur Karl-Heinz Krawanja, der nun von Shane Nieuwenhuis beerbt wurde. Da die Mannschaft im letzten Jahr schon arge Probleme hatte, dürfte es in dieser Saison nicht unbedingt einfacher werden. Entgegen kommt den Emmerichern der Rückzug des 1. FC Bocholt III. Dadurch ist einer von zwei Absteigern schon sicher, sodass die verbleibenden Teams nur noch einen Absteiger ausspielen müssen. Rein von den Kadern her dürfte dieser Platz an die Emmericher oder die fünfte Mannschaft der DJK SF 97/30 Lowick gehen. Doch wie man weiß, kann im Fußball alles passieren. Dennoch sollte sich die Eintracht auf sich konzentrieren und möglichst versuchen, vor allem die direkten Duelle gegen Lowick für sich zu entscheiden, um den angestrebten Klassenerhalt realisieren zu können. Zudem sollte sich die Urban-Elf nicht wieder so eine Niederlagen-Serie zu Saisonbeginn erlauben. Aufgrund der kleinen Gruppen und der wenigen Spiele, kann dies schnell dazu führen, das man den Anschluss verliert.

Der Kader der Emmericher Eintracht

  • Tor: Pierre Markett, Sebastian Rosiak
  • Abwehr: Onur-Can Akbasli, Said Mosa Akhlaghi, Malte Giltjes, Andreas Goertz, Oliver Hamann, Mirco Hesselmann, Milan Lukas Kolling, Shane Nieuwenhuis, Jesko Nuhnen
  • Mittelfeld: Jan Ahrens, Alexander Drohmann, Thomas Holtkamp, Amir Khalaf, Björgvin Meyer, Mariusz Pniak, Marcel Stroms, Robert Szöcs, Paul Urban, Rene Vennemann, Sezai Yildrim
  • Angriff: Kevin Berghuis, Rene Stelzig